Baltikum : Ostsee: Das Meer in unserer Mitte

Ostsee: Das Meer in unserer Mitte

EUR 24,90


Die Ostsee ist das einzige Meer, dessen Anrainerstaaten allesamt zu Europa gehören. Und dennoch: Weil uns für ein paar Jahrzehnte ein Großteil des Ostseeraums hinter dem Eisernen Vorhang vor tieferen Einblicken verborgen wurde, war uns vieles rund um dieses Meer in unserer Mitte in den letzten Jahrzehnten aus dem Blickfeld geraten. Doch die über viele Jahrhunderte zuvor gewachsenen Gemeinsamkeiten sind durch die Jahre der Trennung nicht weniger geworden. Und nachdem Polen und die baltischen Staaten unmittelbar vor dem Eintritt in die Europäische Union stehen, wird man hier zu Lande dem Ostseeraum wieder mehr Aufmerksamkeit widmen. Und die hat er verdient! Nicht nur viele erkundenswerte Reiseziele hat die Ostsee zu bieten, deren deutsche Seebäder sich heute zu neuem Glanz aufputzen. Auch kulturell hat Europa dieser vielgestaltigen Region viel zu verdanken: die Philosophie Kants oder Kierkegaards etwa, die Musik Griegs oder Sibelius , die Literatur Strindbergs oder Ibsens und, und, und. Christoph Neidhardt hat die Länder, Städte und Inseln des Ostseeraums aus vielerlei Perspektiven in den kundigen Blick genommen und berichtet lesenswert von vielen verschiedenen Orten in und an der See der Idyllen und Ideen. Von den verschiedenen Sitten und Bräuchen, vom Trinken und Essen, vom Schwitzen in Saunen und von den Wellen der Macht, die rund um und in der Ostsee bisweilen heftiger tosten als die Meereswellen es je taten. Kurzum: Auf einen Flop im Programm des zu Recht gleich von Beginn an so erfolgreichen Marebuchverlags werden Neider wohl weiter warten müssen. --Andreas Viereck

Hommage an die Ostsee - Vielleicht falle es ihm leichter, „leise Winterlandschaften mit Wörtern zu malen, als die Intensität des Sommers zu beschreiben“, schreibt Neidhart in seinem Vorwort. Ob die winterliche Ostsee nun leichter zu beschreiben ist oder sie sich ihm einfach so darbietet, für Neidhardt ist die Ostsee ein Wintermeer, die allen an ihren Gestaden Lebenden bloß kurze Sommer als Belohnung fürs Ausharren bietet. Natürlich fängt er den Sommer ein in seinem Buch, aber vielmehr zählen die Eindrücke, die er sammelt und die er mit Informationen zur Geschichte verbindet. In zehn Kapiteln mit unterschiedlich vielen Beiträgen bereist er die Ostsee, macht Halt im lettischen Riga oder russischem Sankt Petersburg, im finnischen Vaasa oder im deutschen Greifswald.Was trennt die Bewohner der Ostsee, was verbindet sie? Und was hat das sowohl Trennende als auch Verbindende mit der Geschichte zu tun? Zentral bei seinen geschichtlichen Rückblicken sind die Zeiten der Hanse und des Kalten Krieges, aber auch der politische Umbruch und die Zeit danach. Immer wieder ist der Leser erstaunt, wie reich und vielfältig Neidharts Wissen ist, wie gut er recherchiert hat. Er beleuchtet die Länder, Städte und Inseln – und natürlich ihre Bewohner – aus verschiedenen Perspektiven und neben geschichtlichen Informationen, persönlichen Eindrücken machen auch kulturelle Einblicke das Buch so vielseitig. Einzig die Karten, die zu Beginn jedes Textes abgebildet sind, sind dürftig. Sie helfen zwar, sich zu orientieren, sind aber immer nur grobe Ausschnitte des jeweils bereisten und beschriebenen Gebietes. Hier wünscht man sich etwas liebevoller gestaltete Karten, die entweder den gesamten Ostseeraum abdecken oder aber in ihren Ausschnitten detaillierter sind.Christian Neidharts „Ostsee“ ist eine Hommage an ebenjene. Auch wenn das Buch zurückhaltend und unprätentiös daherkommt, mit einer irgendwie winterlichen Stimmung, merkt man Neidhart seine Leidenschaft an und spürt seine Authentizität. Die Vielfalt des Buches und die sympathische Art des Autors machen das Buch zu einer unterhaltsamen und interessanten Lektüre, die sich kein Ostsee-Liebhaber entgehen lassen sollte.

DAS zeitgemässe Ostseebuch! - Neidharts Buch vereinigt mehrere Vorzüge in sich: 1) Es enthält eine Fülle von Information über Geschichte von der Vorzeit bis in die unmittelbare Gegenwart (mit Schwerpunkt Ost-West-Gegensatz, Hanse und Neuzeit), Seefahrtsgeschichte, Kultur, Sprachen, Ethnologie (z.B. Sauna) usw., und lässt auch heikle Themen nicht aus (wie die MS Estonia-Affäre) 2) dieses reiche und sehr anspruchsvolle Wissen wird dem Leser in einem ausgesprochenen lesbaren, feuillotinistischem Stil vermittelt und 3) berichtet der Autor auch immer wieder von sich selbst und seinen Erlebnissen auf und an der Ostsee, was den Leser direkt teilnehmen lässt. Geschichte und durchaus enste Themen werden auf diese Weise sehr ansprechend präsentiert. Vielleicht hätte der Verlag noch ein paar genauere Karten einfügen können. Eine tolle Idee ist übrigens das Cover-Bild, das den Leser gleich ins erste Kapitel entführt.




Ostsee: Das Meer in unserer Mitte